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Fortschritt macht Bequem

März 11, 2016
Wir Menschen haben noch nie in einer so fortgeschrittenen und luxuriösen Welt gelebt wie heute und morgen, morgen wird sie noch ein kleines bisschen mehr fortgeschritten sein als heute. Wir haben so viel neue Erkenntisse, Technik und Bildung wie noch nie. Auch Chancen haben wir mehr, mehr Chancen als unsere Eltern vor 50 Jahren und mehr als unsere Großeltern vor 80 Jahren. Ich lebe in einer so luxuriösen Welt, dass ich jeden Tag Luftsprünge machen musste. Tue ich aber nicht, stattdessen mecker ich herum, über die Dinge, die nicht perfekt laufen. Der Fortschritt macht bequem, unsere Bequemlichkeit lässt uns uns über die Dinge beschweren, die eben nicht bequem sind. Die vielen Möglichkeiten, Chancen und Auswahlmöglichkeiten an Berufen können auch verwirren. „Früher war alles besser“! Die Frauen wurden Hausfrauen, die Männer übernahmen den Job des Vaters und fertig. Aber wollen wir dahin zurück? Nein, viele Möglichkeiten und Chancen sind gut. Wir wollen mehr Autonomie, also müssen  wir auch mehr entscheiden. Wir wollen Gleichberechtigung, aber trotzdem sollen Männer uns die Tür aufhalten, in die Jacke helfen und bei Date bezahlen. Wir wollen günstige Kleidung einkaufen, sind aber alle gegen Kinderarbeit. Wir leben unser Leben ohne darüber nachzudenken, was wir haben: Bildung, Reisen, Technik, Natur und Medizin. Wir leben in userem Microcycle und schauen zu selten über unseren Tellerrand. Wir teilen unsere neuste Handtasche auf Instagram, dabei sollten wir lieber das Kind, das sie Tasche verarbeitet hat, posten. Unser Luxus wird auf dem Rücken der dritten Welt ausgetragen. Aber ich halte mir die Augen zu, wie das kleine Emoji-Äffchen. Wenn man so recht drüber nachdenkt, sind die Kontraste so riesig: Social Media, Essen im Überfluss, Shopping, Handy, Laptop, Auto, Eigenheim, Bildung — Hungersnöte, politische Verfolgung, Kriege, Ausbeutung. Da erscheinen einem diese Kleinigkeiten nicht mehr wichtig. Und ich weiß, ich bin ein twenty-something girl, dass glaubt die Welt verändern zu können, etwas zu sehen was andere nicht sehen, das glaubt etwas besseres zu sein. Aber ich schreibe ‚wir‘ weil ich unsere Konsum Gesellschaft wahrscheinlich so gut repräsentiere wie keine andere. Ich bin ein Fashion Victim, ich kaufe bei Zara, H&M und manchmal auch bei Primark und habe Klamotten für 5, Ich esse vegan und trage eine Jacke mit Pelz. Ich kaufe oft viel zu viel ein und schmeiße Lebensmittel weg. Ich liebe es schön essen zu gehen oder ins Kino. Ich ärgere mich wenn die Bahn mal wieder Verspätung hat oder mein Uni-Leben doch so stressig ist. Ich möchte von Männern zuvorkommend aber auch respektvoll behandelt werden. Und ich denke zu oft daran was nicht glatt läuft, als daran wie viel Glück ich habe. Ich wurde zur richtigen Zeit am richtigen Ort geboren. Aber dieser ‚richtige Ort‘ kann sich auch ganz schell zum falschen entpuppen und diese ‚richtige Zeit‘ kann schnell zur falschen Zeit werden. Das will ich nie vergessen.  

Wie steht ihr zu dem Thema? 

  1. Du bist aber mutig da so aus dem Fenster zu lehnen. Das schaut ganz schön hoch aus. Deinen Post finde ich sehr schön und sehr wahr. Ich hab vor einiger Zeit mal einen Bericht über die Kette Kik gesehen, das war wirklich erschreckend, aber lebt man wirklich nach dem Schema "was ich nicht weiß…." Meine Mama sagt immer Wertschätzung ist etwas das wir immer mehr verlernen. Schön das du daran erinnerst das der Luxus den wir leben, immer auf Kosten Anderer geht. liebe Grüße Saskia von http://www.everygirl.de

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